“Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.(Woody Allen).”
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Kapitel 21 Meine Erwartung

06.10.2006 Ich sollte meine Spekulationen, hinsichtlich unseres Teams sein lassen. In diesen Tagen erreichte mich durch Jörg die Nachricht, dass nun auch Manfred durch verschiedene Umstände zur Zeit nicht in der Lage sei weiterzuschreiben. Schneller als erwartet trat dieses Ereignis ein. Ob dies Vorwände waren, möchte ich nicht ausschließen. Denn Jörg hat ihm kaum Freiheiten gelassen, sich kreativ auszuleben. Da wäre mir unter Umständen vielleicht auch die Lust abhanden gekommen, weiter zu machen. Nun gut. Wie sagt man so schön: „...da steckt man nicht drin...“. Und ob meine Interpretation tatsächlich stimmt, werde ich wahrscheinlich nicht herausbekommen. Bei den Gesprächen dazu war ich leider nicht beteiligt. Somit kenne ich nur die Version Jörgs. Ich kann nur hoffen, dass es sich Manfred noch einmal überlegt. Jörgs Unzufriedenheit blieb nicht aus. Tagelang unterhielten wir uns, was nun das Beste sei. Unseren Termin, bis Ende des Jahres, den roten Faden fertig zu stellen, können wir damit gleich auf Eis legen. Wobei, so recht traurig macht mich das nicht. Ich hielt diese Idee sowieso nicht für zielführend. Meine Erwartungen wurden ein weiteres Mal heruntergeschraubt. Zunächst schaltete ich mit meiner Familie vom Alltag ab und wir fuhren in den Schulferien einige Tage auf das Waldgrundstück meiner verstorbenen Großmutter, dass nun meinen Eltern gehört. Ich führte zwei erste Interviews mit meinen Mitstreitern und zeichnete sie auf. Vor einigen Wochen entwickelte ich ein kleines Konzept, dass mir nicht nur die Videodokumentation ermöglichen wird, sondern ebenso Teile dieses Buches. Beim Durchstöbern des Rohmaterials mache ich mir Gedanken darüber, wie ich bei diesen Interviewfragen selbst geantwortet hätte. Bekanntlich stellte ich sie selbst zusammen. Eine dieser Fragen lautete: “Wie sieht deiner Meinung nach, das Ziel unserer Arbeit aus?“ Die Antworten, die ich bislang erhielt, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Ich selbst hatte über diese Frage nie nachgedacht. Ist es das Musical, dass ich am Ende auf einer Bühne erwarte? Es erscheint logisch. Wenn ich ein Musical schreibe, sollte am Ende ein Bühnenstück dabei herauskommen. Ich kam ins Grübeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Werk zu Ende schreiben werden, halte ich nach wie vor für realistisch. Alles, was danach kommt, können wir nicht beeinflussen. Dazu kenne ich die Theaterlandschaft und die dahinter agierende Industrie kaum. Welche Risiken werden heutzutage eingegangen? Gerade weil es sich um eine neue Geschichte, um neue Musik, Science Fiction und völlig unbekannte Urheber handelt! Man hätte mit einem bekannten Stoff arbeiten können, aber nach einem Abba-Musical und einem Queen-Musical, bekannten Filmvorlagen und anderen mehr, hat die Welt darauf gewartet ein U2- , ein Heino- , ein Harry Potter- oder Star Wars-Musical zu sehen? Die Industrie wäre scharf darauf, da bin ich mir sicher. Die Frage, die sich mir aber stellt ist, ob unser Schauspiel die größte Hürde, auf einer Theaterbühne zu landen, jemals nehmen kann. Was wäre, wenn nicht? Die gedachte Musik-CD, das Hörspiel oder wie Jörg es sich wünscht, der Roman wären die Alternativen. Diese Frage werde ich derzeit für mich nicht beantworten können. Wobei die Erstellung einer Musik-CD das Wahrscheinlichste sein wird, was entstehen kann. Denn diese könnte ich allein produzieren. Das Aussetzen unseres Autors machte uns zu schaffen. J. drängte ein weiteres Mal, dass etwas passieren müsse. Der Gedanke, alles hinzuwerfen, war einige Male präsent. Auf der anderen Seite kann man solche Veränderungen nicht erzwingen. Hatten wir das Pech gepachtet, ist es Schicksal oder stellten wir uns nur zu laienhaft an, unser Projekt auf die Beine zu stellen?